Zwischen Tierwohl und Technik: Ein Blick in den Stall
Im Rahmen des Unterrichts hatten wir die Möglichkeit, den Tierwohlmaststall eines ehemaligen Schülers unserer Schule zu besichtigen. Der Stall wurde nach den Vorgaben des Tierwohl 100% (TW 100) Standards gebaut und bot uns einen spannenden Einblick in die Praxis moderner Schweinehaltung.
Der Stall ist in mehrere Buchten unterteilt, die den Tieren getrennte Bereiche zum Liegen, Fressen und Bewegen bieten. Ergänzt wird dies durch einen überdachten Auslauf, der zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten schafft. Die Fütterung läuft vollautomatisch ab und ist auf das jeweilige Alter und Wachstum der Tiere abgestimmt – viermal täglich öffnet die Anlage für jeweils zwei Stunden den Futterzugang, was einer täglichen Fütterungszeit von acht Stunden entspricht. Besonders interessant war das Strohverteilungssystem: Das Stroh wird per Kettenförderung durch Rohre zu den einzelnen Buchten transportiert, dort in Behältern gesammelt und per Knopfdruck abgeworfen. Es dient den Tieren gleichzeitig als Beschäftigungsmaterial und Liegeunterlage.
Auffallend war auch, wie viel Wert auf ein gesundes Stallklima gelegt wird. Eine Kot-Harn-Trennung sorgt dafür, dass deutlich weniger Ammoniakgase entstehen und die Luft im Stall merklich frischer bleibt. Bei hohen Außentemperaturen unterstützt eine Cool-Pad-Kühlung die Temperaturregulierung, indem die einströmende Frischluft durch befeuchtete Kühl-Pads geleitet und so vor dem Eintritt in den Stall abgekühlt wird.
Die Besichtigung hat gezeigt, dass moderne Stalltechnik und tiergerechtere Haltung durchaus vereinbar sind – umso schöner, dass wir dies direkt bei einem Absolventen unserer Schule erleben durften.
Victoria Tiefenthaler, 3A