Österliches Brauchtum – Palmbuschen binden
Mit dem nahenden Osterfest rückt auch ein altes Brauchtum wieder in den Mittelpunkt: das Binden der sogenannten Palmbuschen. In vielen Regionen Österreichs gehört diese Tradition fest zur Vorbereitung auf den Palmsonntag und wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Auch im ABZ Salzkammergut steht dieses Brauchtum derzeit im Mittelpunkt. In der vergangenen Woche sowie auch in dieser Woche binden alle Schülerinnen der 1C-Klasse ihren eigenen Palmbuschen. Dabei lernen sie nicht nur die handwerklichen Schritte, sondern auch die kulturelle und religiöse Bedeutung dieser Tradition kennen.
Die Materialien, aus denen Palmbuschen gefertigt werden, unterscheiden sich je nach Region teilweise deutlich. Während in manchen Gegenden andere Zweige oder Pflanzen verwendet werden, besteht ein Palmbuschen im Salzkammergut traditionell aus sieben oder neun unterschiedlichen Materialien. Fixer Bestandteil sind jedoch drei Weidenkätzchen und drei Haselschösslinge, sowie der Haselstecken, auf dem der Buschen aufgesteckt wird. Charakteristisch ist außerdem, dass der Buschen mit einem Weidenzweig zusammengebunden wird.
Neben dem handwerklichen Aspekt hat der Palmbuschen auch eine religiöse Bedeutung. Der Brauch geht auf den Palmsonntag zurück, der an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Damals begrüßten die Menschen Jesus mit Palmzweigen. Da Palmen in Mitteleuropa nicht wachsen, ersetzte man sie durch heimische Zweige – daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit der Palmbuschen. In vielen Familien werden die gebundenen Buschen am Palmsonntag in der Kirche geweiht. Anschließend werden sie im Haus aufbewahrt, im Garten und auf dem Feld aufgestellt, wo sie Schutz und Segen für Haus und Hof bringen sollen.
Durch das gemeinsame Binden der Palmbuschen wird am ABZ Salzkammergut nicht nur ein Stück Handwerk vermittelt, sondern auch ein wertvoller Teil regionaler Kultur lebendig gehalten.
Theresia Ruhdorfer