Christi Geburt in der Nachbarschaft
Auch heuer machten sich die AbendschülerInnen zum neugeborenen Erlöser auf den Weg.
Im Rahmen des Religionsunterrichtes wurden einige Landschaftskrippen in Ebensee besichtigt.
Inhaltliche Schwerpunkte waren heuer die Krippentradition im Lauf der Geschichte, die (fast) ganzjährige Beschäftigung mit der Geburt des Erlösers und die Einbettung des Geschehens in die Lebenswelt des Salzkammergutes.
Die weltweit ersten Darstellungen der Geburt Christi mit Figuren dürften um 1200 entstanden sein.
In den folgenden Jahrhunderten wurden Krippen immer beliebter, wurden allerdings fast ausschließlich in Kirchen aufgestellt. Martin Luther war kein Freund dieser Darstellungen, Krippenspiele waren aber auch bei ihm beliebt.
Erst das Krippenverbot Kaiser Josefs II brachte die Krippen in die Privathäuser.
Damit war auch der Grundstein dafür gelegt, dass Krippen selbst hergestellt und das Krippengeschehen in die eigene Lebenswelt eingebettet worden sind.
Die Herstellung (oft einfacher) Krippenfiguren wurde vielfach von Salinenarbeitern bzw. Holzknechten als Zusatzverdienst erledigt, der Stall von Bethlehem in die vertraute Landschaft des Salzkammergutes eingebettet!
Manche der besichtigten Krippen haben mehrere hundert Figuren, Nachbildungen konkreter Häuser der Umgebung und Darstellungen der ortstypischen Berufe.
Aufgebaut werden diese Krippen jedes Jahr im Advent neu, wobei die Vorbereitungen und das Sammeln von Wurzeln und Moos eigentlich das ganze Jahr über laufen.
Die Geburt Christi ist hier nicht ein Ereignis, das irgendwann und irgendwo geschehen ist, sondern HIER UND JETZT!
Text: Johann Mayrhauser
Fotos: Gerlinde Eder